< In einer Welt, in der mit einem Klick die gesamte Welt verfügbar zu sein scheint und sich über den Bildschirm ergießt, erscheint das Besondere banal und das Banale besonders reizvoll. Erstickt von einer Flut von Bildern wird der Blick fürs das Wesentliche verschleiert.>
Ständiges Starren auf Bildschirme verschiedener Formate, die öfter berührt werden als Haut, stumpft ab. Und dennoch huschen hin und wieder Fetzen von Sensation und Zauber ins Blickfeld und wecken das taub gewordene Auge aus dem Fixationsmoment auf. Frauen mit dem gewissen Etwas werden in einer Landschaft, die in Grau getüncht ist, zu essentiellen Farbtupfern.
Das gewisse Etwas entzieht sich einer in Stein gemeißelten Definition, denn es ist nicht mit dem Verstand, sondern dem sechsten Sinn zu erfassen. Und dieser bedient sich feiner Antennen, mit denen jeder ausgestattet ist. Die Frau mit Pep entgeht keinem. Sie lässt Männeraugen aufblicken und bringt ihre von Routine und Anspannung erstarrten Glieder zum Vibrieren. Sie lässt Frauen in Bewunderung schwelgen oder in Neid versinken. Sie dient den Kindern und jenen, die innerlich Kinder geblieben sind, als Inspirationsquelle. Sie schöpfen aus dem Anblick und Erleben der Authentizität und des Selbstbewusstseins, den der Auftritt dieser Frau versprüht, soviel Kraft, dass sie selbst ihr inneres Licht zum Leuchten bringen. Etwas in sich entdecken, das sie unverwechselbar macht.
Das richtige Outfit hilft beim inneren Strahlen und lässt Funken auf andere überspringen. Es umschmeichelt den Körper und vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit. Wer sagt, Kleider spielen keine Rolle für ihn, lügt oder hat vergessen, wie es ich anfühlt, sich zu verkleiden. Neue Hüllen überzustreifen. Sich neu zu erfinden. Wer kennt nicht die Magie, die von einem neu erworbenen Kleidungsstück ausgeht. Es hat etwas Heiliges. Kleidung liegt unsere Haut an. Tagtäglich. Sie wird zum Repräsentant dessen, was wir zeigen oder lieber verstecken wollen. Sie ist die Maske, hinter der wir unser wahres Selbst verbergen oder geballt zum Ausdruck bringen können.
Mit der Kleidung ist es wie mit Facebook-Posts. Es liegt nicht an der Quantität, sondern dem qualitativen Gehalt. Kauen wir nur wieder oder sind wir wirklich originell? Folgen wir nur einem Trend oder versehen wir ihn mit unserer persönlichen Note und machen wir ihn uns so zu eigen?
Nur wenn man sich zu sich selbst bekennt, kann der Blick wieder klar werden. Und die Augen beginnen wirklich zu sehen.
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