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Wer bist Du? Was machst Du? Was hast Du?

Vielleicht wäre es besser zu fragen „Was hast Du aus Dir gemacht?“ und „Was entfacht Deine Begeisterung?“, wenn man mit jemandem zum ersten Mal ins Gespräch kommt. Man blickte in viele offene Münder. Man rege viele Köpfe zum scharfen Nachdenken an. Man bekäme wirklich einzigartige Antworten.

„Ich habe einen Menschen aus mir gemacht, der offen für die Welt ist. Der Mitgefühl hat für alle Menschen, Tiere und Pflanzen. Ich habe eine Frau aus mir gemacht, die Verantwortung für ein Menschenleben hat und jeden Tag aufs Neue Selbstliebe praktiziert. Ich male mit Wörtern Bilder in die Luft – das begeistert mich. Mit Worten Welten zu schaffen, in die andere Menschen eintauchen können – das lässt mein Herz höher schlagen. So zu tanzen, dass ich andere berühren kann – das macht mich glücklich. Dinge zu sagen und zu tun, die andere inspirieren über sich selbst und ihre Begrenzungen hinauszuwachsen – das ist meine Mission.“

Das wäre die Antwort, die mir über die Lippen liefe, bekäme ich sie gestellt. Aber bisher hat sie mir noch niemand gestellt. Bisher war es immer wichtiger zu wissen, was ich mache. Vor allem beruflich. Das ist für die meisten Menschen das Wichtigste. Zu wissen, was Du beruflich machst, lässt sie erahnen, was Du für ein Mensch bist. Sie können damit besser einschätzen, ob Du ihnen materiell und intellektuell über- oder unterlegen ist. Es ist nichts anderes wie das erste Beschnuppern und das Festlegen der Rangordnung bei Tieren. Es gibt ihnen Orientierung, Halt und Sicherheit.
Nur leider liegt man mit seinen Einschätzungen und damit verbundenen Annahmen nicht immer richtig. Man urteilt oft falsch über Menschen. Man beschränkt sich auf sehr enge Raster und lässt interessante Begegnungen mit Menschen vermeintlich niederen Ranges nicht zu. Begegnungen, die einen aber wirklich weiterbringen könnten, weil sie einem den Horizont öffnen.

Bei mir war das schon immer anders. Ich habe mich schon immer für alle Menschen interessiert. Menschen aller Coleur. Menschen mit anderen kulturellen Prägungen. Anderen Überzeugungen. Anderen Sichtweisen. Denn nur durch „das Andere“ lernt man sich selbst und die anderen kennen. Nur durch „das Andere“ lernt man die Komplexität der Welt kennen.

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